Gestern hab ich trotz aller Vorsicht (bin z.B. nicht die 2,2 km Runde auf der Stadtmauer gegangen) wohl doch nicht die notwendige Ruhe walten lassen. Das angedachte Ausprobieren wie es sich denn in Wanderschuhen anfühlt, hatte ich eh schon ausfallen lassen. Heute Morgen war aber das Sprunggelenk zumindest wieder dick und die Schmerzen wie gehabt. Ich bin also nochmal zum Doc, der mir auf den Kopf zugesagt hat, dass der Fuß nicht genug Ruhe hatte und ich bis Sonntag jetzt möglichst nicht mehr rumlaufen sollte.
Das war auch nicht zu übersehen, da ich am Spann beider Füße gescheuerte Stellen von den Crogs hatte.
Was tun? Vielleicht ist es ja meine Aufgabe in diesem Jahr, auf diesem Weg, zu begreifen dass manche Dinge Weile haben wollen. Geduld, auch (besonders) mit mir selbst gehört ja nun nicht gerade zu meinen Tugenden. :-(
Ich habe also beschlossen, meinen Camino für dieses Jahr abzubrechen, also zumindest auf das Laufen zu verzichten. Ob ich Morgen direkt nach Santiago fahren werde oder noch auf Stationen unterwegs Halt mache, weiß ich jetzt noch nicht. Es ist der gleiche Bus und ich entscheide das Morgen operativ/spontan.
Ich mach das so absolut, weil ich am Dienstagabend eh schon in SdC sein wollte und jetzt nicht mehr von Tag zu Tag überlegen will. So hats mich also auch mal erwischt. Nach 3 erfogreichen Caminos de Santiago und einer via francigena muss ich aufgeben. :-((
Leider müsst ihr heute auch auf Bilder verzichten, da mein Smartphone den Geist aufgegeben hat. Da ich nicht generell als verschollen gelten wollte und Euch doch auch in den nächsten Tagen noch einige, hoffentlich interessante Blogeinträge schreiben will, hab ich mir also ein preiswertes neues gekauft, für dass sich nach dem Urlaub in der Familie ganz sicher ein/e Abnehmer/in finden wird. Meins hat auf jeden Fall noch Garantie.
Lugo, das hatte ich ja schon geschrieben, ist eine schöne und interessante Stadt. Trotz der fast 100.000 Einwohner geht es recht gemütlich zu und mir ist aufgefallen, dass hier die Tapas-Kultur ausgeprägt zelebriert wird. Es gibt also ausnahmslos zu allen bestellten Getränken etwas Kleines dazu (kleine Kanapees oder Brötchen mit den unterschiedlichsten Sachen belegt (Käse, Schinken usw.), Croquetas, Champignones, Sandwiches und vieles mehr) dazu dann immer noch ein Schälchen mit Chips. So aufgefallen ist mir das noch nirgends, bzw. woanders musste dann oft anhand der Zahnstocher bezahlt werde - nicht so in Lugo!!!
Die unzähligen Restaurants, Mesons, Bodegas etc. sind allabendlich auch durch hauptsächlich Einheimische gerappelt voll und man freut sich über die gute Atmosphäre und darüber, dass die Eurokrise doch nur die Banken betrifft und zum Glück nicht den/ kleinen Mann/Frau. ;-)
Also ist dies jetzt mein letzter Eintrag aus Lugo. Ich lade Euch aber ein, weiterhin zu verfolgen was ich zu berichten habe.
Gute Nacht - buenas noces!
Euer Stephan
P.S. Die Möglichkeit zu kommentieren hab ich vereinfacht Vielleicht hat die komplizierte Prozedur den Einen oder Anderen ja davon abgehalten.
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