Montag, 16. Juli 2012

Castro - Fonsagrada

Jetzt ist es 16:30 Uhr, meine Wäsche hängt zum Trocknen aus dem Fenster und ich hab es mir auf dem Bett gemütlich gemacht. Sonne und frische Luft hatte ich heute genug, so ruhe ich mich bis zum Abendessen noch ein wenig aus. Vor 20:00 Uhr braucht man nirgends hingehen. Entweder gibts noch nichts oder sie schauen einen ungläubig an.
Die Nacht verlief ruhig, allerdings nur bis um 05:30 Uhr. Das hatte mein Zimmerkollege allerdings schon gestern Abend bekannt gegeben. Obwohl er sehr leise war, bekommt man es ja doch mit und ist erstmal wach. Mit dem Fenster hatten wir einen Kompromiss gefunden - ich durfte die Fensterläden etwas öffnen, damit es nicht ganz duster ist und dafür durften die Fenster zubleiben. Die Südländer denken immer zu erfrieren ;-)
Als ich dann kurz nach Acht zum frühstücken runter ging, war außer mir nur noch ein junger Spanier da, der aber auch sofort losmarschierte.
Hab mir Zeit gelassen und als ich rausschaute dachte ich eh nicht den Weg zu finden - total dichter Nebel.
Als ich dann um 08:45 Uhr loslief, war es noch nicht viel besser, aber die Sonne begann schon die Wolken zu schlucken. Einige m höher hatte ich dann einen herrlichen Blick auf die Wolken - und gegen 11:00 Uhr war der ganze Nebel aufgelöst. Der Tageshöchspunkt lag heute bei 1150 m.
Das Laufen ging erstaunlich gut. Ich keuche zwar wenns richtig steil wird aber ansonsten ist alles okay ;-)
Mit zwei längeren und einigen kürzeren Pausen, war ich also 7 h unterwegs, reine Laufzeit ca. 5,5 h.

Auf der heutigen Etappe habe ich die Grenze vom Fürstentum Asturien zur Autonomen Region Galicien überschritten, s. Bild mit der kleinen schwarzen Schrifttafel.
Eigentlich ist die politische Grenze bedeutungslos für den Pilger und nichts anderes als wenn ich von Brandenburg nach Meck-Pomm fahre - wenn da nicht die Sache mit den Wegweisern wäre.
Die gelben Pfeile sind hüben wie drüben eindeutig, das Muschelsymbol wird aber in Asturien als Stern interpretiert, dessen Schweif natürlich nachkommt und somit das geschlossene Ende den Weg anzeigt.
Wogegen in Galicien das Zeichen als Jakobsmuschel gesehen wird, deren offene Seite nach Santiago deutet. Alles kein Problem - man muss es eben nur wissen.

Da das Programm, zumindest als App, die Bilder sortiert wies es will (also weder chronologisch noch sonst irgendwie erkennbar) und ich diese auch nicht beschriften kann, müsst ihr Euch halt Eure eigenen Gedanken dazu machen.

Achso, heute Nacht ist mal wieder Hotel angesagt. 

... und es sind noch ca. 160 km bis Santiago.

Fontesagrada ist ein kleines armes Städtchen aber mit netten Leuten. Bin, wo auch anders am ersten Tag in Galicien, in einer Pulperia eingekehrt und bin hier mitten drin im Smalltalk.

Viel zu sehen gibts wie gesagt nicht, die Kirche war auch zu.

Der Sommer hat jetzt auch hier Einzug gehalten. Bei Kälte mit Jacke laufen und darunter schwitzen, wollte ich mir nicht vorstellen. Bei "nur" Regen brauch ich ja keine, da ich vom Schwitzen eh nass bin ;-).
























7 Kommentare:

  1. Sag mal, da ist keine Butter auf der Stulle...oder!? Mmmhhhh...

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  2. Macht Spaß zu lesen. Ich freu mich schon auf morgen. Alles Gute!
    Ulf Gladis

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    1. Die Kommentare kommen in der App-Version nicht an. Hab heut zufällig gesehen, dass einige Leute geschrieben haben.
      Dank Dir für die Wünsche!

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  3. ...so ein Pech aber auch, lieber Stephan, da wünsch ich dir, dass du schnell wieder auf die Beine kommst.
    Gern lese ich deine Berichte und schaue die Fotos an...für mich ist es Vorfreude, da wir uns im September auf den Weg machen...allerdings den Küstenweg, aber mit gleichem Ziel...

    lieber Gruß von Birgitt

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    1. Wollt ihr von Irun laufen?
      Danke für die Wünsche und ich hoffe ab spätestens Übermorgen wieder laufen zu können.

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    2. Wir wollen von Ribadeao laufen.

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