Der Tag begann vielversprechend. Schnell war ich aus dem Städtchen raus und mitten drin in Mutter Natur. Straßen habe ich fast nur zum passieren gesehen und die Wege waren größtenteils sehr gut.
Bis um 12 hatte ich von 9 Uhr an, 13 km geschafft und einen 1100 m Pass bezwungen. Es wurde aber zunehmend heißer und der zweite Pass, ähnlich hoch, hat mir dann ALLES abverlangt. Es ging auch sehr steil aufwärts auf Geröll und dazu die Temperatur von 35 °C. Zeitweise musste ich alle 50 m stehenbleiben, weil ich alle war und der Puls schon bis in die Schläfen hämmerte. Genug getrunken hatte ich, mein Hut war auch immer nass, also muss es wohl die Temperatur gewesen sein, an die ja in diesem Jahr noch kein Deutscher gewöhnt gewesen sein konnte.
Zuvor hatte ich allerdings auch noch eine Schlappe anderer Art hinnehmen müssen. Ich bin schön gelaufen und dachte mir: "Die Wege sind ja sooo toll markiert, da kann man den Pilgerführer getrost wegstecken". Das wars dann auch. Hab mich also richtig verfranzt - und das geht schnell, wenn man nur EINMAL ein Zeichen übersieht. Wenn dann in Folge der Weg glatt verläuft, man also kein neues Zeichen erwartet und einem der Fehler erst bewusst wird wenns nicht mehr weiter geht, man fragt und erfahren muss, dass man total gefailed hat - ist es bitter. Lange Rede, kurzer Sinn - ich war ca. 3 km hurtig und leichtfüßig bergab gelaufen und musste die Strecke dann eben auch wieder hoch. Fast Verzweiflung! Half aber Alles nichts - ich musste wieder hoch.
Dann wie gesagt der zweite Pass, nach dem ich dann beschlossen habe erstmal bis 18 Uhr Siesta zu machen. Die Ruhe, einige Kaltgetränke und das Liegen im Schatten taten mir auch sehr gut, so dass ich gegen 17:30 Uhr wieder losgelaufen bin. Die 7 km sollten doch noch zu schaffen sein. Kurz vor Erreichen meines heutigen Ziels bin ich dann aber auf einem vermoosten und rutschigen Stein ausgeglitten und hab mich mit dem linken Fuß so unglücklich abgefangen, dass ich mir eine ziemlich schmerzhafte Zerrung zugezogen habe.
Zum Glück war ich kurz vor der Stadt, habe es dann aber von mir aus vorgezogen gleich in die größere Stadt Lugo zu fahren, die ich Morgen Abend eh erreichen wollte, um dort zum Doc zu gehen.
Wie gesagt es ist eine Zerrung, nichts wirklich kaputt. Es bedarf aber mind. 2- 3 Tage Ruhe. Ich geh es gelassen an und schaue Übermorgen mal wie es geht. Für erstmal zwei Nächte hab ich in der Pension San Roque eingecheckt, mit extra Pilgerdiscount für 26 €/Nacht.
Bilder gibt es heute nur ein paar.
Allen eine gute Nacht!
P.S. Die Spanier bauen Toiletten ja meist sehr eng. Diese (s. Bild) war aber das Schärfste. Für mich nur im Damensitz, also quer zu nutzen. Im Guten hab ich meine Knie da nicht reingezwängt bekommem ;-))
Die andere Eigenart in den meisten span Toiletten ist, dass das Licht mit einem Zeitschalter gesteuert ist, dessen Intervall meist nicht ausreicht. Man merkt sich also am Besten beim Betreten des Örtchens wo der Lichtschalter ist, um dann im Dunkeln schnell wieder für Licht sorgen zu können. Das andere Thema hatten wir ja schon, dass in ländlichen Gegenden oft das Papier fehlt.
Man muss die Gepflogenheiten nur kennen, dann sind sie auch kein wirkliches Problem.
Jetzt Schluss mit den Toilettenthemen und endgültig -
GUTE NACHT!
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